Aufführung

„Des Meeres und der Liebe Wellen“ im Landestheater Linz

Premiere 2. Dezember 2007

Die Sage von Hero und Leander, das Drama einer unbedingten Liebe, ist die Grundlage für Grillparzers Trauerspiel. Hero, eine junge Frau, wird, um der traditionellen Rolle als Ehefrau und Mutter zu entgehen, Priesterin. Sie geht ins Kloster und akzeptiert die Bedingungen und Vorschriften, über die in restriktiver Weise der Oberpriester, ihr Onkel, wacht. Heros Festtag, die Weihe zur Priesterin, an der auch das Volk und Besucher vom Festland teilnehmen dürfen, steht an. Unter den Besuchern befindet sich Leander, der, den Tod seiner Mutter betrauernd, nur widerwillig mit seinem Freund Naukleros mitgekommen ist. Die Begegnung von Hero und Leander im Augenblick ihrer Weihe zur Priesterin wird zum alles entscheidenden Augenblick. Diese Liebe auf den ersten Blick, die beide unvermittelt überfällt, ändert nicht nur Leanders melancholische Lethargie, sondern radikalisiert auch Heros Leben. Nach dem Fest wird Leander vom Oberpriester der Insel verwiesen. In der Nacht schwimmt er vom Festland zur Insel und dringt in Heros Turm ein. Trotz Verbot und Todesdrohung zögert Hero nicht, sich auf diese Liebe in all ihrer Unbedingtheit einzulassen.

Der Operpriester betreibt nun sein Werk der Vernichtung im Namen einer vermeintlich höheren Moral zur Rettung Heros. Er beschäftigt sie am nächsten Tag, bis sie völlig ermüdet und erschöpft einschläft, statt wachend auf Leander zu warten, und löscht die Lampe an ihrem Fenster, die dem Schwimmer den Weg durch die Klippen im Meer weisen sollte. Am nächsten Tag wird der Geliebte tot ans Meer gespült, worauf Hero vor Kummer stirbt.
Der etwas pretiös klingende Titel Des Meeres und der Liebe Wellen sollte im voraus“ – so Franz Grillparzer – „auf die romantische oder vielmehr menschlich allgemeine Behandlung der antiken Fabel hindeuten“. Heute zählt das Drama zu den innigsten, eigentümlichsten und vollendetsten Werken Grillparzers.
Textquelle: Website des Landestheaters Linz

Mit Nicole Reitzenstein (Hero), Sebastian Hufschmidt (Der Oberpriester, ihr Oheim), Jannek Petri (Leander), Alexander Gier (Naukleros,) Barbara Novotny (Janthe), Vasilij Sotke (Der Hüter des Tempels), Verena Koch (Heros Mutter), Lutz Zeidler (Heros Vater)

Inszenierung Peter Wittenberg
Bühne und Kostüme Marc Bausback
Dramaturgie Franz Huber

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